04.05.2013 Sparringstreff im Joriki Dojo

Samstag 4. Mai 2013:

15 unerschrockene und interessierte Kampfkünstler fanden um 12.30 Uhr ihren Weg nach Bielefeld / Milse um am ersten offenen Sparringstreffen des Jōriki Dōjō teil zu nehmen. Dabei waren Kampfkünstler aus dem Karate (Koryū Uchinādi, Shōtōkan und Gōjū Ryū), Luta Livre, Jūdō/Ju Jutsu und Kickboxen.

Es war eine sehr gelungene Veranstaltung und viel mehr Leute hätten auch nicht ins Dōjō gepasst, da auf Grund der völlig unterschiedlichen Kampfarten wurde schon einiges an Platz benötigt. Gekämpft wurde u.a. in folgendem Stile:

– Semikontakt
– Kickboxen
– All around fighting
Kyokushin + Takedowns
– Boden

Hier noch die Stimmen einiger Teilnehmer:

Baki, Hauptorganisator, Shōtōkaner aus Duisburg (allgemeine Zusammenfassung):

Muss man echt sagen: es waren wie erhofft nur korrekte Leute da. Jeder hat aufgepasst dass sein Gegner, selbst im Infight, nicht über andere stolpert oder gegen die Wand läuft.

Erstmal dank an alle die da waren! Hat irre Spaß gemacht. Mit 15 Leuten war die Halle bereits ziemlich ausgefüllt.

Es waren hauptsächlich KU Leute da. Aber auch 3 Judoka, 2 Luta Livre (mindestens einer mit MMA Erfahrung), ein Judoka mit Ju Jutsu Erfahrung, ein Kick Boxer, ein oder zwei Goju Ryu Karateka und mit mir eingeschlossen zwei/drei Shotokaner.

Es waren leider nur 2 Mädels dabei von denen eine aber Verletzungsbedingt nicht teilnahm. Die 2/3 Judoka(-rinnen) [die angekündigt waren] sind leider berufsbedingt nicht gekommen. Aber das Mädel das da war, ist eine echte Kampfkatze (eigentlich möchte ich schon sagen taffe Tigerin).

Gestartet haben wir um ca. 12.45 h und um 15.50 h waren die allermeisten schon total fertig und nur noch eine Handvoll hat bis 16.30 durchgehalten.

Es hat richtig Spaß gemacht! Habe ich das schon geschrieben?

Verletzte gab es keine. (Kleine Schrammen zählen nicht ^^)

Es waren alle der Meinung, dass wir sowas öfter machen könnten.

Vielleicht haben wir ja mal die Möglichkeit dies im Pott zu organisieren. *hust*

 

Baki, Hauptorganisator, Shōtōkaner aus Duisburg (Detailierterer Bericht):

Ich wollte vor allem ein paar neue Sachen probieren. So habe ich […] mit einer Stellung gekämpft, mit der ich keine Sparringerfahrung hatte. Aber im großen und ganzen war ich über das Ergebnis sehr zufrieden. Denke, dass ich das weiter ausbauen werde und auch final behalten werde. Des weiteren wollte ich auch probieren Lowkicks mit dem Schienbein zu blocken. Da dies bei uns im Training nur in der SV-Einheit vorkommt, in der wir aber kein Sparring machen, war ich gespannt, wie es funktionieren würde. War auch da sehr zufrieden, war dann aber anfällig für geraden, wenn mein Knie noch angezogen war. Mir ist heute eine Sache eingefallen, die in der Theorie schon paar mal behandelt wurde. Das werde ich das nächste mal probieren um dem zumindest ein kleines bisschen entgegen zu wirken.

Paar Sachen konnte ich nicht testen, da diese noch nicht ins Fleisch übergangen sind, um im Freikampf eingesetzt werden zu können.

Da ich im Faustbereich noch über sehr wenig VK-Erfahrung verfüge, hatte ich tatsächlich Angst, dass ich die Schläge nicht richtig dosieren würde. Ich hatte zu keinem einzigen Zeitpunkt mit voller Kraft geschlagen/getreten und ein paarmal hatte ich auch zurück gezogen, da wir aus Spaß da waren und nicht in einem Turnier kämpften. Ich bin sicher dass alle anderen mir gegenüber nicht anders gehandelt haben.
Mir wurde zwar von einigen gesagt, das ordentlich Wucht hinter den Schlägen stecke, aber es hatte sich niemand beschwert, auch nicht auf Nachfrage Nur einmal hats !minimal! geblutet, als die Kampfkatze in einen jab reingelaufen war. Aber das hat sie nicht wirklich gekratzt

Beim Grappling auf dem Boden und Stand/Boden fand ich sehr gut, dass mir die Judoka auch Tipps gaben. So hatte ich im Stand einen die ganze Zeit am Gi gepackt und ihn mit gestreckten Armen auf Distanz gehalten, bis er mir sagte, dass es mich unnötig Kraft kostet und auch erklärte warum ich es gar nicht brauche.

Ab und an hatte ich die Situation, dass ich in der besseren Ausgangslage war, wusste dann aber nichts mit anzufangen. So packte ich mir zum Beispiel ein Bein meines Partners, zog es hoch und fegte das andere. Da er sich an mir festhielt fielen wir beide runter. Ich landete auf ihm, wusste dann aber nichts mit der Situation anzufangen. Oder einmal lag er einfach auf mir drauf. Ich sah nur, dass die kurze Rippe frei war, aber Schläge waren nicht erlaubt und auf der anderen Seite hätte er das selbe mit mir machen können. Andere Möglichkeiten sah ich nicht und musste (mal wieder) tappen. Denke es wird Zeit, dass ich mal einen Basic-Kurs im Grappling mache. Ich bin sicher, dass es mich sehr viel weiter bringen würde.

Den Schlag der am meisten Aua gemacht hatte, bekam ich ausgerechnet von dem anderen Shotokan-Karateka. Dem leichtesten aller Männer beim Treffen Er traf mich punktgenau am Kieferknochen hinten. Und den schönen Oi-Zuki hatte ich wirklich nicht kommen sehen. Gekämpft hatten wir nach K1 + take-downs.

Besonders gespannt war ich auf den Kampf mit dem Kick-Boxer. Ich sah, dass er einige im Stand sehr schön mit Kicks und Schlägen eindeckte. (Wirklich) Leider kämpften wir erst gegeneinander als wir beide konditionell schon fertig waren.

Der hatte echt paar irre Kicks drauf. Vorallem die mit dem Innenriß, welche er auch mit ordentlichem Schmackes trat. Normalerweise kämpfe ich gegen deutlich größere immer so, dass ich reingehe und sie beschäftige. Aber ich war so platt, dass ich dass immer nur kurz aufrecht erhalten konnte. Zum Glück war er es auch, denn es war so schon schwer genug mit seinen langen Beinen zurecht zu kommen. Interessant war aber, dass er Probleme hatte mit SK-Handschuhe angegriffen zu werden. Dadurch das sie kleiner sind, gingen sie manchmal einfach durch die Doppeldeckung. Auch erzählte er, dass er überrascht war, wie viel mehr Schläge mit SK-Handschuhe weh tun. Für viele war es das erste Crosssparring. Da gibt’s halt viel neues/ungewohntes. Ich denke z.b. immer noch „was für abgefahrene Kicks“.

Mein Hauptproblem ist das alte: viel zu selten im Training. So hatte ich z.b. aus Müdigkeit einige Schläge mit dem Kopf geblockt obwohl ich wusste, da kommt gleich was. Manche Sachen habe ich auch gar nicht gesehen, ab und an hatte ich nur aus dem Arm geschlagen, etc. pp. Also nichts, was durch regelmäßiges Training nicht verbessert werden kann. Traurige Wahrheit, es liegt also an mir mich zu verbessern (mein innerer Schweinehund heult jetzt schon :'( )

Positive Kommentare waren z.b. dass ich für mein Gewicht beweglich sei. Der welcher das sagte war sich sicher dass es an meiner TKD Vergangenheit liege. Man merke das bei den Kicks.

Das Feedback, dass ich vorallem im Infight die Sparringspartner unter Druck setze hatte mich sehr überrascht. Infight ist ja nicht gerade eine Shotokan-Stärke überrascht hatte mich, dass mich im Infight aber keiner in den Clinch genommen hatte. Als bei einem früheren Sparring ZoMa mich in den Chlinch nahm, hatte ich sofort jedes mal kein Land gesehen. Ich weiß aber nicht warum das gestern keiner gemacht hatte.

Hatte das erste Mal mit Lowkicks an diesem Nachmittag gekämpft. Hatte Spaß gemacht. Allerdings fehlt mir hier ganz klar das Distanzgefühl (von Technik ganz zu schweigen *har-har* ), denn ich glaube ich traf jedes mal mit dem Spann als mit dem Schienbein.

Mir wurde als Lob gesagt, dass ich beim kämpfen nicht wie ein Shotokan-Karate[ka] aussehe.
Da es als Lob gemeint war, habe ich mich darüber gefreut. Das mein Karate nicht nach Shotokan aussieht, habe ich aber schon sehr oft gehört… Irritiert gucken sie alle. Gefragt wurde ich schon ob ich Krav Maga, American Kempo etc…. mache. Da muss ich ehrlich gesagt immer schmunzeln, weil ich finde, dass es gut zeigt, das Namen nur Schall und Rauch ist.

Gefreut hat mich ebenfalls, dass in meinen Schlägen wohl mittlerweile etwas Dampf dahinter steckt, denn schlagen lerne ich definitiv erst seit dem ich Karate mache (bis dahin wusste ich nicht mal, was mit Kraft aus dem Boden ziehen gemeint war..).

Also Leute, interpretiert den Text nicht falsch. Wie ich schrieb, möchte ich eben vorallem auf die für mich positive Sachen eingehen (trotzdem versucht negatives mit rein zunehmen).

Ausserdem gehe ich beim Text von meinem eigenem Trainingsstand aus (der eben sehr gering ist).

Ich möchte mit dem Text zeigen, dass man mit sowas für sich selber sehr viel gewinnen kann und man sich nicht ärgern soll, wenn andere besser sind. Einfach als Motivation sehen. Hoffe es motiviert Leute sowas mal zu probieren.

Ich will sowas auf jeden Fall wiederholen.

Neben den von anderen und mir bereits erwähnten Kampfvarrianten habe ich noch intensivere Semikontakt und Kyokushin-Kämpfe (+ Boden) gesehen.

Besonders gefreut habe ich mich übrigens über den anderen Shotokan Karateka. Ich fand es toll, dass er verschiedenste Varianten ausprobiert hatte und sehr offen war. Es ist leider etwas dran an den Shotokan-Klischees, daher fand ich es umso toller das er dabei war.

Also bis zum nächsten mal!

 

Sebastian, Jūdōka aus Bielefeld:

[Ich] kriegte ein Halbkreistritt zum Kinn, der zwar nicht weh tat, aber die Beine nachgaben und ich zurück taumelte. Landete selbst eine Fragezeichentritt zum Gesicht eines anderen. Ansonsten gab es genug harte Schläge zum Körper und Gesicht.

Interessant war es gegen einen Lutadore anzutreten. Wollte schon lange gegen Bodenkampfspezialisten mein Können testen. War aufschlussreich.
Kickboxen gegen Karateka hat Spass gemacht. Man merkt den Unterschied zu Ju-Jutsuka. Auf dem Boden können die Karateka von Koryu Uchinadi auf jeden Fall was.

Am Anfang hat circa die eine Hälfte Kickboxen und die andere Hälfte Bodenkampf gemacht. Hat sich später mehr zum Bodenkampf verlagert. Nicht jeder blieb bis zum Schluss.

Das Treffen war sehr gut. Hat sich gelohnt und 4 Stunden Sparring sind auf jeden Fall sehr anstrengend. Einem wird auch ganz deutlich, wo die eigenen Schwächen sind.

PS: Mein T-Shirt hat es im Bodenkampf erwischt. Musste mit zerrissenem weitermachen. Woher die Blutflecken auf dem T-Shirt stammen, weiß ich allerdings nicht.

 

Carsten, Jūdōka aus Gütersloh:

Mir und meinen beiden Vereinskameraden hat es sehr gut gefallen. Tolle Leute und respektvoller Umgang miteinander, dafür vielen Dank euch allen!
Leider waren meine Verletzungen noch nicht alle vollständig verheilt, so das ich nach ca. 2,5 – 3 h, nachdem sich mein Pflaster nach einer Ausbesserung mit Tape wieder gelöst hat, das Sparring einstellen musste. Bis dahin hatte ich zuerst einige Boden-Randori ohne Jacke absolviert. Das ging nach einer kurzen Eingewöhnungsphase soweit ganz gut. Anschließend habe ich mir dann einige Stand-Randori nur mit Schlag- und Tritttechniken gegönnt. Hier war ich als Jûdôka ohne meine Wurf- und Grifftechniken natürlich hoffnungslos unterlegen, konnte aber viel für mich mitnehmen. Zum Mix Schlag-, Tritt-, Wurf- und Grifftechniken kam es dann für mich aus dem oben beschriebenen Grund leider nicht mehr. Um so mehr würde ich mich auf die Fortsetzung dieser Veranstaltung freuen.

 

04.05.2013 Sparringstreff im Joriki Dojo

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