Karate in Bielefeld  

Kobudō

Ursprung

Okinawa war aufgrund seiner besonderen geographischen Lage verschiedenen Einflüssen aus Nord- und Südchina ausgesetzt. So fanden besonders im 15. Jahrhundert auch unterschiedliche Kampfkunstschulen den Weg nach Okinawa und verschmolzen mit der ursprünglichen Kampfkunst von Okinawa.

Die Herkunft der Kobudō-Waffen sind die Ryū Kyū-Inseln zwischen Japan und Taiwan. Nach ihrer Besetzung durch die Japaner im vorigen Jahrhundert verbot die neue Besatzungsmacht das Tragen von Waffen. Um sich jedoch vor Räubern und Wegelagerern zu schützen, wurden diverse Bauernwerkzeuge zu Waffen umfunktioniert. So wurden zum Beispiel der Dreschflegel zum Nunchaku und der Stock zum . Da sich Kobudō parallel zum Karate entwickelte, entsprechen die Stellungen, Angriffe und Blockbewegungen denen des Karates. Als Ergänzung zum Karate vermittelt das Kobudō ein Gefühl für runde fortlaufende Bewegungen. Im Kobudō werden Sai, , Nunchaku, Tonfa, Kama, Eku, Tinbe, Nuntibō, Kue, Sansetsukon und weitere Waffen verwendet.

 

bis 6000 v. Chr.   Besiedlung der Südlichen Ryū Kyū-Inseln von Süden über Taiwan
bis 2000 v. Chr.   Besiedlung der Nördlichen und Mittleren Ryū Kyū-Inseln von Norden über Kyushu (Japan)
219 v. Chr.   Expedition des chinesischen Kaisers Qin (Chin): Suche nach der Umwandlung von Metall nach Gold als auch der Unsterblichkeit; Expedition verschollen
57 n. Chr.   Erste chinesische Besuche in Japan und Kontakte mit Okinawa (Späte Muschelhügel-Periode)
608 n. Chr.   2. chinesische Expedition, erreichte Okinawa, Berichte von den„Liu-Chíu“-Inseln (später Ryū Kyū)
616 n. Chr.   Okinawaner wurden zur Ausbildung nach Nara gebracht Aussendung von Siedlern und Missionaren von Japan Einführung des Reisanbaues sowie von Eisenwaffen und deren Gebrauch „Königreich des Himmels“(Kami Jidai/ Tenson Ära)
698 n. Chr.   Japanische Expedition zu den Ryū Kyū-Inseln mit Annexion, Beginn der Tributzahlung
720 n. Chr.   Okinawanische Handelsdelegation nach Japan
753 n. Chr.   Verschiebung der Handelsrouten zwischen China und Japan von Norden (über Korea) nach Süden über die Östl. Chinasee und den Ryū Kyū-Inseln
11./12. Jh.   Auseinandersetzungen zwischen Taira und Minamoto (Niederlage der Taira), Folge war ein reger Reiseverkehr zwischen Japan und Okinawa (Flüchtlinge, Krieger, Priester, Gelehrte), auch Besuche aus China
1186   Shunten, 1. einer neuen Dynastie
1264   Eiso König
1314   Tamagusuku (Enkel v. Eiso) gestürzt, Zerfall des Reiches in 3 Königreiche Chuzan, Nanzan und Hokuzan, Festungsbau, Erhebung hoher Steuern mit Hilfe von Waffen Þ Auseinandersetzungen Entwicklung der Kampfkünste mit dem Ziel zu töten
1350   Beginn der Tributzahlungen an China (Satto, Herrscher von Chuzan) Ansiedlung von Okinawaner in Fushou (Fukien) auf dem chinesischen Festland (Ryū Kyūkan), Aussendung von Schülern bis nach Nanjing und Beijing
1393   Ansiedlung von 36 chinesischen Familien in Kamakura (Kume), um Okinawa die chinesische Kultur näherzubringen, darunter Kampfkunst-Experten
1406   Sho Hashi König von Chuzan
1429   Wiedervereinigung von Okinawa unter Sho Hashi 1. Waffenverbot zur Unterdrückung von Rebellionen
1477   Sho Shin König von Okinawa 2. Waffenverbot, Lagerung aller Metallwaffen und zwangsweise An-siedlung der Fürsten (Anji) in Shuri Þ Bewahrung des inneren Friedens, aber große Anfälligkeit gegen Angriffe von Außen (Piratenüberfälle etc.) Entwicklung des Kobujutsu durch Shizoku und Bauern und Fischer
1598   Krieg in Japan zwischen Tokugawa und Satsuma um Vorherrschaft
1599   Schlacht von Sekigahara, Sieg Tokugawas
1609   Invasion Okinawas durch Truppen der Satsumas unter Shimazu:
> Ruhigstellung der Satsumas
> Bestrafung Okinawas wegen mangelnder Unterstützung beim Krieg gegen Korea Verschleppung des Königs Sho Nei nach Japan für 3 Jahre Erneuerung des Waffenverbotes und Repressionen, Einschränkung der Reisefreiheit, Flüchtlinge (Shizoku) nach China (Bei der weiteren Entwicklung widersprechen sich die verschiedenen Autoren: Bishop: keine Aufstände, Lind u.a.: Aufstände) Weiterentwicklung/ Aufschwung der Kampfkünste, u.a. Kobujutsu
1629   Mobilisierung/ Zusammenschluss der Kampfkünste zum gemeinsamen Widerstand, Entstehung von Geheimbünden, aber keine organisierten Aufstände (bei Berichten über 1240 Bauernaufstände dürfte es sich mehr um örtliche kleine Auseinandersetzungen handeln, die Bauern dürften für größere Sachen keine Zeit und Möglichkeiten gehabt haben), Shizoku trainierten mehr für die Selbstverteidigung, Tarnung der Te- und Kobujutsu-Techniken in den Tänzen (Odori)
1669   Schließung der Schwertschmieden, selbst für Zeremonienschwerter
1724   Sho Tei König Entschärfung der Konflikte: Vermischung der Satsuma Einheimischen Adelige durften Ämter bekleiden Lockerung der Reisebeschränkungen Þ Reisen/Auswanderung von Shizoku nach China (Fuzhou) zum Studium der Kampfkünste Freieres Kampfkunst/ Kobudō-Training möglich Entstehung der Hauptkaratestile Shuri-te, Naha-te und Tomari-te
1853   Öffnung Japans durch Kommodore Perry
1868   Meiji-Restauration: Entmachtung und Entwaffnung der Samurai Beginn der Militarisierung Japans
1871   Angliederung Okinawas an Japan
1905   Einführung des Karate durch Itosu an Schulen
1921   Funakoshi in Japan
1945   Besetzung Okinawas durch amerikanische Truppen
1955   Shinken Taira gründet den Ryū Kyū Hozon Shinkokai Erhalt mehr als 40 Kobudōkata
1972   Rückgabe Okinawas an Japan

 

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