Tonfa

Der „Schlagstock mit Seitengriff“ auch TUNKUWA oder TUIFA

Der ursprüngliche Gebrauch des Tonfa oder eines Gegenstandes dieser Form ist wie bei vielen anderen Waffen ebenfalls nicht restlos geklärt. Grundsätzlich liegen folgende zwei Möglichkeiten nahe:
Verschiedene kleinere Handmühlen zeigen eine Grifform auf, die der eines Tonfa sehr ähnelt. Welcher Teil jedoch als Griff benutzt wurde ist nicht klar, da es verschiedene Abbildungen zu Handmühlen gibt.

Der Name Tunkuwa stammt von der chinesischen Bezeichnung dieser Waffe ab. Der chinesische Name ‚Shuang Guai‘ (Shuang = Paar / beide, Guai / Kwai / Kuai = drehen) wurde wie folgt ins Okinawische übertragen:

Das Wort „shuang“ erscheint im okinawanischen Dialekt als „Nun“ oder „Tun“ (vgl. shuang jie gun, dass zu Nun chaku kon wird). So wurde aus „Tun Kwai“ das okinawesische Wort Tunkuwa.

Ungeachtet der Varianten des Ursprungs des Tunkuwa ist es klar, dass dessen Gebrauch als Bauerngerät nicht okinawanischen Ursprungs ist. Ebenso fand die Entwicklung zur Selbstverteidigungswaffe nicht auf Okinawa statt, sondern höchst wahrscheinlich in China. Unklar ist der Zeitpunkt, an dem die Veränderung des Arbeitsgerätes zur Waffe stattfand. Die verschiedenen chinesischen Namen dieser Waffe lassen bedingt Rückschlüsse auf den Zeitraum indem sie erstmals als solche gebraucht wurde zu.

Auch das heutige Tonfa besteht aus einem lang gestreckten Körper, in den im ersten Drittel ein Griff eingelassen ist. Die Gesamtlänge eines Tonfa beträgt um die 52 cm, je nach Länge des Unterarmes des Anwenders. Die dicke des Hauptholzes beträgt ca. 2,5 cm.

Die Monouchi des Tonfa kann verschiedene zum Teil sehr exotische Formen haben:

Die Befestigung des Griffes im Hauptteil geschieht traditionell mittels Verkeilung.

Die Tonfa werden paarweise gebraucht, wobei man den langen Teil fest an die Außenseite des Unterarms presst. Die Handhabung verlangt ein allgemeines Gleichgewichtsgefühl des Körpers und eine kraftvolle Geschmeidigkeit in den Handgelenken.

Im Kihon (Grundschule) kommt es zu einer im Karate unbekannten Erweiterung der Uchi Waza (Schlagtechniken), die man Uchifuri Waza nennt. Diese Techniken, bei denen durch das „ausklappen“ des Tunkuwa geschlagen wird, erreichen bei richtiger Ausführung eine hohe Geschwindigkeit, wodurch man sehr wirkungsvolle Schläge ausführen kann.
 
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